Sunday, 31 October 2010

Wo sind all die Fliegen hin?

"Winterliche Temperaturen" im Outback. Da kommt mir sofort dieses, hier in Australien, bekannte Anti Fliegenlied in den Sinn.

Sag mir wo die Fliegen sind? Wo sind sie geblieben? Sag mir wo die Fliegen sind? Was ist geschehn? Sag mir wo die Fliegen sind? Rinder trugen sie davon geschwind. Man wird es nie verstehen, man wird es nie verstehen.

Bei acht Grad campen. So stellt man sich eine Nacht im Outback ja nicht gerade vor. Doch es kann passieren. In Australien kann es auch richtig -bitterkalt- sein. Das einzig Gute an der Temperatur ist, dass einem nicht 2.000.000 Millionen Fliegen um die Nase schwirren. So angenehm, wenn man ohne Netz vor dem Gesicht spazieren gehen kann, oder nicht umstaendlich Lebensmittel oder Getraenke zu sich zu nehmen muss. Die Fliegen sind irgendwie verschwunden, wenn es so kalt ist. Wo sind die wohl alle hin? Sitzen sie lieber auf einen warmen Rinderruecken, anstatt Farmer und Touristen zu aergern?

Ich kann mich beim besten Willen nicht an den Autor des Songs erinnern. Komisch!

Schoene Gruesse aus Australien!

Thursday, 28 October 2010

Guten Tag, dürfen wir mal ihren Führerschein sehen!

Wir müssen leider Ihr Auto beschlagnahmen! Sie können hier nicht einfach 150 km/h fahren, sie bringen sich und andere in Gefahr. Sie hätten tot sein können.

Unmöglich ist das. Eine Gefahr für ganz Australien stellt dieser Fahrer dar. Gut das der von der Strasse weg ist. 150 km/h. Also echt, was glaubt der eigentlich wer er ist? Michael Schuhmacher?

Ich finde es famos, dass so ein Fehlverhalten in der im Juni 2006 eingeführten „Asozialen Gesetzgebung“ (Hoon Legislation) geregelt ist. Jeder Fahrer, der 45 km/h über der Geschwindigkeitsbegrenzung liegt, bekommt den Wagen konfisziert. Richtig so. Ist ja alles so gefährlich, gerade bei dem starken Verkehr, der hier herrscht. Sieht man auch auf dem Bild sehr gut. Dieses Rasen ist nicht gut. Australien muss sicherer werden und die Polizei muss die Gesellschaft vor so Leuten schützen. Man ist ja hier seines Lebens nicht mehr sicher. Wie gewissenlos manche doch sind.


Da man hier in den meisten Gegenden mit 100km/h Rumschleichen muss, kann es einem bei einer Geschwindigkeit von 145 km/h definitiv schon passieren, dass einem der Wagen konfisziert wird. 145 km/h, Opa mit Hut! Das wäre ja was, wenn jedem der in Deutschland 145 km/h schnell fährt, der Wagen konfisziert wird. Dann wären die Autobahnen in Deutschland auch so schön leer, wie sie hier sowieso immer sind. Ist vielleicht ein ganz neues Modell?

Schöne Grüße aus Melbourne!

Wednesday, 27 October 2010

Der Birdsville Track wird geteert…

… das wünschen sich einige und andere wiederum auch nicht.

Die Strecke Birdsville nach Mount Isa soll geteert werden. Am liebsten möchte man sogar eine geteerte Straße von Townsville in Queensland bis Adelaide in Südaustralien bauen. Damit öffnen sich so viele Möglichkeiten. Ruckizucki kann man mit dem Wagen, LKW, Motorrad mit Beiwagen, Fahrrad, Einrad, Wohnwagen, Wohnmobil, Skateboard oder auch auf Rollschuhen von Südaustralien nach Queensland und auch wieder zurück, fahren. Dann verirren sich da ebenfalls viel mehr Touris hin und für Firmen ist es auch viel angenehmer. Was sich da alles transportieren lässt. Aber Teeren? Ich weiß nicht.

Der Birdsville Track (Schotterpiste), ist ja ein echtes Highlight (Hochlicht) für begeisterte Outdoor (außerhalb der Tür) Enthusiasten! Für den abenteuerlistigen Touri, ist es ja ansprechender, wenn da kein Teer auf dem Birdsville Track ist. 500 km dirtroad (dreckige Straße) Abenteuer und Einsamkeit pur. Das ist es, was wir alle brauchen.

Quatsch. Das Leben ist ja kein Ponyhof. Hier kommt warum. Es geht ja nicht immer nur um den Spaß im Leben. (Warum heißt es eigentlich -der Spaß-?) Nicht die ganze Zeit und jeden Tag. Im Outback, da wohnen ja bekanntlich sogar auch Menschen. Und die hatten jetzt wochenlang keine frischen Lebensmittel und Sprit hatten sie auch nicht mehr, weil es so viel geregnet hat und die ungeteerten Strassen nicht zu befahren waren. Folglich konnte nichts angeliefert werden. Denen hat da auch nicht mal eben einer was hingeflogen. Ne, warten war angesagt. Warten, darauf das die Strasse wieder befahrbar war. Vier Wochen mussten die warten. In der Zeit sind jetzt alle zu Ernest Guglielminetti Anhängern geworden. Bilden sich bereits die ersten Fan Clubs (Anhänger Gruppen) im Outback? Der hat ganz pfiffig mal Teer auf Strassen gegossen und prompt hat der damit was ganz großes gelandet. Kann man sich vorstellen.

Die Abenteurer wollen keinen geteerten Birdsville Track, alles soll so bleiben, wie es schon immer war. Die Anwohner wollen die geteerte Straße ‚gestern’. Ist schwer. Soll man den Fortschritt aufhalten? 

In 1902 teerte man zuerst in Europa. Das ist jetzt 108 Jahre her. Hier dauert bekanntlich alles ein wenig länger. Sicher ist es dann wohl doch irgendwie an der Zeit, die Strasse zu teeren. Doch was, wenn die Straße irgendwann mal geteert ist, wird sie aufgrund Überflutungen dann nicht trotzdem unbefahrbar sein? Verzwickte Situation.

Schöne Grüße aus Melbourne!




Tuesday, 26 October 2010

Wasser ist gut gegen Aggressivität!

Nicht Yoga hilft, nein ein Glas Wasser soll man trinken und schon geht es wieder. Ab 1. November müssen Kneipen, Bars und Clubs in Victoria jetzt auch umsonst Wasser ausschenken. In den anderen Staaten ist das schon gesetzlich so geregelt. Lustige Gesetze gibt es hier. Wenn die Wirte das unterlassen und dabei erwischt werden, dann müssen sie mit einer Strafe von bis zu $AU 3.500 rechnen. Auch alles gesetzlich geregelt.

Das ganze Nachtleben wird dadurch sicherer werden. Verspricht man sich zumindest. Das soll einer verstehen. Als wenn die sich hier in Australien weniger prügeln würden, nur weil sie ein kaltes klares Glas Wasser trinken. Man bekommt hier immer und überall ein Glas Wasser, wenn man eines haben möchte. Und trotzdem wird doch Alkohol getrunken. Was ist damit wohl gemeint, wenn Experten sagen, es wird weniger Gewaltübergriffe und betrunkene Autofahrer geben, wenn Wasser ausgeschenkt wird?

Na ja, mal wider eine Vorschrift mehr. Warum auch nicht? So gibt es hier immer was worüber die Leute sich streiten können... die Politiker und ihre schlappen Gesetze sind ja immer an allem Schuld hier. Im Moment sieht es echt so aus, als würde ab dem 1. November alles viel besser werden. Bin schon gespannt, was als nächstes kommt.

Schöne Grüße aus Melbourne!

Monday, 25 October 2010

Australien im Giftkrieg gegen die Heuschrecken!

Wie viel Gift ist eigentlich verträglich für den Mensch und seine Umwelt? Wie belastet werden wir, durch den Einsatz von Pestiziden und Insektiziden? Alle streiten sich über die Folgen, die der Gebrauch von Pflanzenschutzmitteln und Schädlingsbekämpfungsmitteln auf uns haben wird. Es gibt unzählige unterschiedliche Meinungen. Belastet der Einsatz solcher Mittel den Organismus wirklich und wenn ja, wie stark und in welchem Ausmaß? Wer weiß schon ganz genau, wie viel der einzelne Verbraucher täglich und lebenslang ohne erkennbares Risiko für die Gesundheit aufnehmen kann? Groß, Klein, Mann, Frau, Kind, Hund, Katze, Maus, oder auch Fisch. Jeder einzelne verträgt die Gifte in unterschiedlichem Maße. Sind wir doch alle den gleichen Mengen ausgesetzt.

Kann der Mensch sich wirklich nicht anders helfen? Geht ohne Insektizide gar nichts? Ist der Einsatz von Insektiziden gerechtfertigt, wenn damit ein wirtschaftlicher Schaden von ungefähr $AU 2 Milliarden vermieden werden kann? Australien spritzt in einer groß angelegten Aktion von Flugzeugen aus Gift auf Felder, um der bevorstehenden Heuschreckenplage Herr zu werden.

Dabei muss ich spontan an den armen Cary Grant denken, und daran wie er vor dem herannahenden giftspritzenden Flugzeug davon rennt, ohne auch nur die kleinste Möglichkeit sich verstecken zu können. Denke ich an das Gift, welches hier zur Heuschreckenbekämpfung auf die Felder gesprüht wird, würde ich das auch am liebsten machen.

Schöne Grüße aus Melbourne!

Sunday, 24 October 2010

Lord Venkateswara in Helensburgh NSW

„Die Götter spielen gerne in den Gehölzen, nahe Flüssen, Bergen und Quellen und Lustwandeln in Gärten“.

Der endlos weite Pazifik, strahlend blauer Himmel, Gelbhauben-Kakadus, Eukalyptusbäume, ein Linienbus stoppt an der der Haltestelle vor dem Tempel. Wie kommt denn hier ein Hindu Tempel hin?

Unberührtes, noch nie bebautes Land auf einer Insel gelegen, umgeben von Wald, in der Nähe einer Süßwasserquelle und des Ozeans. Gemäß altertümlichen Grundlagen ist es ideal, wenn eben genau diese fünf genannten Anforderungen bei der Errichtung eines Hindu Tempels erfüllt werden. 

Der Sri Venkateswara Hindu Tempel liegt auf der Insel Australien, nur wenige Minuten vom blauen Pazifik, umgeben von Regenwald und es gibt nahe gelegene Wasserfälle. Der perfekte Ort also. Bevor man in 1978 mit dem Bau des Tempels für die indische Gemeinde anfing, gab es hier noch keine anderen Ansiedlungen.

Strahlend weiß steht der Hindu-Tempel zu Ehren des Lord Venkateswara an diesem paradiesischen Ort. Venkateswara ist ein Hindu Gott. Sehr zur Freude der immer größer werdenden Hindu Gemeinde wurde der Tempel in 1985 eingeweiht. Die Gläubigen besuchen den Tempel, da sie hier ihrem Gott nahe sein können. Hier können sie sich für Gesundheit, Glück, erfüllten Kinderwunsch und alles was ihnen gelungen ist, bei ihm bedanken.

 
Um einen echten Tempel zu sehen, braucht man gar nicht nach Indien zu reisen.

Schöne Grüße aus Melbourne!







Friday, 22 October 2010

Was wäre Australien ohne den Koalabären?

Koalas kann man in Queensland, Neusüdwales, Victoria und Südaustralien finden. Koalas sind Beuteltiere. Jungtiere werden um die 2 cm groß geboren und entwickeln sich dann im Beutel der Mutter. Eukalyptusblätter sind ihre Nahrungsquelle. Die sind giftig und überhaupt nicht nährstoffreich. Mit seiner sehr guten Nase, kann der Koala giftige Eukalyptusblätter riechen und das Verdauungssystem des Koalas ist so eingerichtet, dass er damit die giftigen Inhaltsstoffe entgiften kann. Um so wenig Energie wie möglich zu verbrauchen, schlafen sie deshalb täglich um die 20 Stunden, sie sind nachtaktiv. Koalas leben auf Bäumen, sie können einzigartig balancieren, sind sehr muskulös, haben starke Pfoten mit langen Krallen. Je nach Geschlecht und Alter, wiegen ausgewachsene Koalas zwischen 6 - 14 kg.

Schätzungsweise leben nur noch weniger als 100.000 Koalas in Australien. Siedlungsprojekte, das errichten von immer neuen Vororten, stellen eine Bedrohung des Lebensraums des Koalas dar. Menschen, Hunde, Autos, Futtermangel, Waldrodung und Straßenbau setzen die Koalas unter Stress, manche Krankheiten können sie nicht mehr abwehren. 40 Prozent der Koalas sind aufgrund der sich ausbreitenden Chlamydien, eine Geschlechtskrankheit verursacht durch Bakterien, unfruchtbar.

Das bedeutet, dass sie in weniger als 30 Jahren aussterben könnten. Ist der Koala wirklich vom Aussterben bedroht? Man munkelt es ja schon seit Jahren.

Photo Jackie Morgan
Hier wird nichts unternommen dagegen. Es gibt Gruppen, die den Koala zu schützen versuchen. Die Regierung Australiens lässt auf sich warten. Sie unternimmt nichts und überlässt den Schutz des Koalas den einzelnen Staaten. Das mit den Koalas ist jetzt leider nur so ein typisches politisches Problem. Würde die Regierung den Koala jetzt auf die Liste der gefährdeten Tierarten setzen, könnten so manche Bauprojekte in Zukunft nicht mehr ausgeführt werden. 

Wie so oft, regiert das Geld die Welt. Wen kümmert da schon der Koala? Hauptsache die Wirtschaft fluppt.

Den Grund, den kennen wir alle und aus vielen unterschiedlichen Lebenssituationen, immer wieder wird er von wichtigen 'Entscheidungsträgern' angewandt. Ich: "Ja, aber das ist doch so was von unlogisch" Entscheider: "Was? Was? Was? Was wissen sie denn davon, dass ist eine politische Entscheidung".

Politische Entscheidung! Ach so, ist ja Ehrensache.

Schöne Grüße aus Melbourne!

Thursday, 21 October 2010

Besuch in Deutschland, ohne Ehepartner

Hunde müssen draußen bleiben, dass hat man ja irgendwie schon mal gehört.

Ein Mann, der nennt Australien jetzt seine dritte Heimat. Dieser Mann wurde in XXX geboren. Nennen wir das Land XXX, denn ich möchte ihn nicht beleidigen, in dem ich allzu persönlich über ihn berichte. Es ist ja nicht meine Geschichte. Doch sie regt mich so übermäßig auf, dass ich sie hier teilen möchte. Irgendwie ist sie auch meine Geschichte, denn ich bin Deutsche. Sie passt auch gut in diese "Multikulti-Debatten-Woche".

Schon bald nach seiner Geburt sind seine Eltern mit ihm nach Deutschland gezogen. Er ist in Deutschland aufgewachsen. Er hat dort Freunde, Ärzte, er ist dort zur Schule gegangen, er hat dort studiert, deutsche Feste gefeiert und seinen Abschluss gemacht, gearbeitet, Steuern gezahlt, er hat einen deutschen Pass.

Irgendwann hat der Mann sich in eine Frau aus seiner ersten Heimat XXX verliebt. Die beiden haben geheiratet und seine Frau hat mit ihm in Deutschland gelebt. Für viele Jahre, fünf, sechs! Arbeit, Feste feiern, Freunde treffen, Steuern zahlen. Normales Programm. Irgendwann haben sie dann ein Baby bekommen. Als es den dreien nach ein paar Jahren zu langweilig wurde in Deutschland, sind sie zusammen nach Australien gegangen. Und hier wohnen, leben, gehen zur Schule und arbeiten sie jetzt seit einigen Jahren.

Wie das im Leben so ist. Manchmal läuft halt alles nicht so rund und Notfälle treten ein. Eine Reise nach Deutschland wurde dringend nötig, eine Familienangelegenheit. Jeder, der zehntausende Kilometer von zuhause weg wohnt, weiß, dass es nicht so einfach ist. Großer Alptraum, dringende Familiensache. Man kann da nicht mal eben übers Wochenende hin. Diese Reise ließ sich aber unter keinen Umständen verschieben, sie war einfach zu wichtig und wollte sofort angetreten werden.

Ehefrau hat Visum beantragt und - nicht bewilligt bekommen. Nicht bewilligt bekommen? Ja, der Mann musste alleine nach Deutschland fliegen, mit seiner Tochter. Seine Ehefrau, die Mutter, hat kein Visum für Deutschland bekommen! War mal ihre Heimat. Die Bearbeitung könnte um die zwei Wochen dauern. Zuhause geblieben ist sie jetzt. Der deutschen Botschaft war das so was von egal, dass es sich um einen Notfall handelt. Was wollte Deutschland da jetzt noch wochenlang prüfen? Beim Geheimdienst nachfragen? Warum hat Deutschland Zweifel an der Rückkehrbereitschaft (nach Australien) der Ehefrau, Mutter?  

Mich macht das wütend, traurig, wütend, traurig, wütend, traurig. Unbeschreibbar! Bürokratischer, oder soll ich sagen, verrückter, geht es ja wohl kaum.

Umgehend habe ich gecheckt, wie ist das jetzt eigentlich, wenn ich mal kurzfristig nach XXX reisen wollte. Ganz einfach! Verrät mir ein rascher Blick auf die Seite des Auswärtigen Amtes:

"Einreisebestimmungen für deutsche Staatsangehörige. Visum. Deutsche Staatsangehörige benötigen für die Einreise nach XXX ein Visum. Zuständig für die Visaerteilung ist die Botschaft der XXX in Berlin, die XXX Botschaft in XXX oder das XXX Konsulat in XXX. So genannte "Visa upon Arrival" mit einmaliger Einreise können für einen Aufenthalt von 30 Tagen bei der Einreise an den internationalen Flughäfen XXX, XXX und XXX sowie an den internationalen Grenzübergängen zum Preis von 30 USD gegen Vorlage des noch mindestens 6 Monate gültigen Reisepasses und von 2 Lichtbildern beantragt werden."

Bin noch erschrockener. Warum darf die Ehefrau dann nicht ihre Familie in Deutschland besuchen? Völkerrecht alleine reicht da leider nicht. Zu romantisch. Du darfst hier rein, ich dafür bei dir, ist nicht. Wenn Deutschland nicht will, können die das so bestimmen wie sie wollen. Gesetze und Beamte lassen die Ehefrau und die Mutter knallhart draußen vor der Grenze stehen. Na zumindest regnet es hier in Australien nicht!

Schöne Grüße aus Melbourne!

Wednesday, 20 October 2010

Ein perfekter Touri-Tag in Sydney

Von einer Touristin für Touristen. Das mag ja eigentlich niemand sein. Viele Erlebnisse werden ja ganz einfach schnell als nur für „Touris“ abgestempelt. Das mach ich nicht, dass ist doch nur für „Touris“. Typisch „Touri“! Ich bin gerne „Touri“, denn „Touri“ sein, dass ist doch so viel schöner, als zuhause zu sitzen und fernsehen zu gucken. „Touri“ statt TV. Ok, dass war jetzt etwas sehr lahm.

Mein „Touri Tag“ sieht so aus. Sehr früh aufstehen und zum Bondi Beach fahren und von dort…

Ach stimmt, wenn man jetzt nicht grad in Sydney ist, ist das natürlich nicht so einfach. Fangen wir noch mal anders an. Flug nach Australien buchen. Nach Sydney wäre gut. Vom Flughafen mit der Bahn nach Bondi Beach fahren. Das war jetzt offensichtlich zu sehr im Schnelldurchlauf. Also noch mal, dafür auch etwas gewissenhafter. Kurze Anmerkung. Diejenigen, die hier wohnen, die Einheimischen also, müssen den nächsten Abschnitt jetzt gar nicht unbedingt lesen. Es sei denn, sie möchten noch einmal so richtig genießen, dass sie hierher gezogen sind.

Ein paar Jahre oder Monate sparen, je nach Einkommen. Fluggesellschaft aussuchen. Wer hat das beste On-Bord Entertainment, wie ist die Verpflegung an Bord, wie viele Unfälle hatte die Fluggesellschaft seit Gründung, mindestens zehn bis dreiundzwanzig Bekannte fragen, ob die schon mal mit der Fluggesellschaft geflogen sind. Arbeiten dort die schönsten Stewardessen? Zwischenstopps? Visa organisieren? Mach ich das alleine? Kann die Fluggesellschaft das machen? Buch ich den kompletten Trip am Besten gleich im Reisebüro? Die kennen sich doch damit aus. Hm? Über alle gefährlichen Tiere in Australien informieren. Wechselkurs? Die Geschichte Australiens anhand einer übersichtlichen Zeittafel durcharbeiten. Hotelzimmer. Tage- bis wochenlang diverse Hotelbewertungsseiten surfen, Hotel buchen. Oder soll ich das lieber im Reisebüro machen? Waren Bekannte von mir schon mal in Australien? Kann da einer was empfehlen? Liste mit allem, was ich in den Urlaub mitnehmen werde, erstellen. Koffer packen. Liste abarbeiten. Doch noch mal Tipps ‚wie packe im am Besten, im Internet ‚googeln’. Koffer packen, wiegen, wer möchte schon Übergewicht zahlen? Auspacken, wieder neu einpacken. Kofferanhänger dran. Ist das gut? Was wenn da jetzt einer meine Anschrift liest und dann bei mir einbricht? Buntes Band um den Koffer, so finde ich ihn in Australien ganz schnell auf dem Kofferband. Post umleiten, Nachbarn bitten die Blumen zu gießen und nach dem Rechten zu sehen. Rolladen hoch- und runter plus Stehlampe mit elektrischer Zeitschaltuhr versehen. Nachbarn darüber informieren.

Abflug nach Australien. Vorher jemanden organisieren, der einen samt Gepäck am Flughafen abliefert. Auf einer Toilette am Flughafen Thrombose Strümpfe anziehen. Flug … Flug … Flug … Flug …die Reise vergeht nicht wie im Fluge. Leider! Endlich. Überstanden. Ankunft in Australien. Mit der Bahn zum Hotel in Sydney.

Koffer auspacken, Zähne putzen, duschen, zehnmal das Wetter checken, viermal Schuhe tauschen, Handtasche umpacken, Reisepass im Safe verstauen, Sandalen an, ach ne, doch lieber Turnschuhe, quatsch, wir sind in Australien, Sandalen wieder anziehen, jetzt passt die Hose aber nicht dazu, noch mal umziehen, Turnschuhe noch mitnehmen, falls es gleich doch noch zu regnen anfängt, aber die ganze Zeit schleppen? Straßenkarte, Reiseführer, Kamera um den Hals hängen… Die Hose passt eh nicht zu den Turnschuhen, können die auch gleich hier im Zimmer bleiben. Brauch ich eine Jacke? Batterien für die Kamera!

Sydney ist einfach cool! Jetzt aber los…

Tag beginnt mit Busfahrt nach Bondi North
Ich muss erstmal frühstücken. Hier gibt es genug Cafés. Für den Tag stärken!
Perfekt. Spaziergang Bondi Beach. Australiens berühmtester Strand. Ui!
Pralle paradiesische Aussicht. Icebergs. Kleiner Zwischenstopp im Café. Cappuccino trinken!

Spaziergang entlang Tamarama und Bronte Bay. Es gibt Leute, die so wohnen!
Yes. Nun eine kurze Busfahrt nach Paddington. Bummeln. Lunchen. Gucken!
Dauert nur kurz, Busfahrt zum Circular Quay. Fähre nach Manly. Fahrt genießen!
Naturnah ist man hier am Manly Pier. Den Sonnenuntergang bewundern!
Eilig hat man es nicht, nach Sonnenuntergang mit Fähre zurück zum Circular Quay!
Yabba Dabba Doo. Opera Bar. Alles glitzert! Blick auf die Brücke. Sydney!


Schöne Grüße aus Melbourne!


Tuesday, 19 October 2010

Oprah Winfrey kommt nach Australien

Wie bereits die ganze Welt weiß, hat sich die australische Tourismusbehörde in Zusammenarbeit mit Qantas mal wieder was ganz Pfiffiges einfallen lassen, um ihr Image aufzupolieren.

Für Dezember 2010 haben sie Oprah Winfrey samt 300 amerikanischen Fans, für acht Tage, nach Australien eingeladen. Es wird eine Folge vorm Opernhaus geben, für den Abend wird das 'Sydney Opera House' in 'Sydney Oprah House' umbenannt werden. Origineller geht es ja gar nicht. Einfach genial.

Oprah Winfrey und ihre 300 Fans werden wohl das Great Barrier Reef besuchen, in Weingebieten Wein trinken und Kängurus streicheln. Das macht man hier nämlich so. Mit einem Boot wollen sie auch fahren. Hoffentlich kommen die nicht mit dem Schiff hierher. Boot fahren, dass können die Australier auf den Tod nicht ausstehen, wenn man hier mit dem Boot ankommt! Vielleicht werden sogar auch noch Nicole Kidman und Hugh Jackman in der Show vorbeischauen. Tickets für die Show kann man in einer Online-Lotterie gewinnen.

Oprah Winfreys Show wird in 145 Ländern der Welt gezeigt. Die australische Tourismusbehörde freut sich, den Zuschauern zu zeigen, warum Australien so toll ist. Unzählige Tourismus Betreiber und Verbände buhlen bereits um Oprahs Gunst. Sie möchten den Besuch natürlich nutzen, um ihr Unternehmen oder ihre Region der Welt zu präsentieren. Mit allerhand Ideen versuchen sie Oprahs 'Location Scouts' von sich zu überzeugen.

Die Tourismus Behörden und deren Marketing Spezialisten geben sich der Illusion hin, dass die Oprah Winfrey Show es schafft, mehr Touristen nach Australien zu locken. Schafft sie ja vielleicht sogar echt, die Fachleute werden das mit Sicherheit genau kalkuliert haben.

Und die Australier selber? Sie scheinen das ganze Thema offenbar genau so ernst zu nehmen. Im ganzen Land und in allen unterschiedlichen Bundesstaaten, gibt es hitzige Debatten. Der Hurra-wir-sind-ein-tolles-Land-Patriotismus ist ja sowieso immer da, keine Frage. Doch die Meinungen zu dem Besuch sind meistens sehr konträr zu dem, was uns die Tourismus Behörden erzählen. Leider gar nicht positiv äußern sich viele über den bevorstehenden Besuch.

Sie haben kein Verständnis dafür, dass neben Oprah auch 300 amerikanische Fans eingeladen sind. Viele sind aufgebracht, hier gibt es doch auch genug Fans, wer braucht denn da die Amerikaner? Die werden hier übrigens meistens Yanks genannt. Richtig gastfreundlich sind die! Nicht. Und dann so eine Geldverschwendung, nur damit die Oprah hierher kommt. Hallo? Die Show wird in 145 Ländern ausgestrahlt. Geht man von den Kommentaren aus, ist anzunehmen, die können sich das wahrscheinlich garnicht vorstellen. Es gibt noch so viele andere Länder auf der Welt?

Sie fürchten, dass Oprah nur Sydney besucht und die Welt ihren Staat mal wieder nicht wahrnimmt. Ach, dann geht doch in die Ecke und schmollt. Die Einwohner Süd- und Westaustraliens wissen schon jetzt ganz genau, dass sie mal wieder nicht beachtet werden. Sieht ganz so aus, als hätten sie den Grund des Besuches nicht ganz verinnerlicht. Oprah Winfreys sehr positives Image soll auf Australien übertragen werden.

Ich versuche das mal auf meine Heimat zu projizieren. Vergleichen kann man es nicht so ganz. Im Gegensatz zu Australien ist man durch Deutschland mal schnell durchgelaufen. Doch würden die Bürger auch so quengeln? Oprah plant eine Show in Deutschland. Würde dann ein Bremer spontan schreien, oh man, jetzt darf wieder nur Dresden glänzen bei dem Besuch und wir gehen leer aus?

Oprah ist noch gar nicht hier und schon wird in allen Medien von dem Trip berichtet. Der Anfang ist gemacht. Australien kann der Welt nun seine einzigartigen Charaktere und wundervollen Menschen präsentieren. Viel Glück wünsche ich.

Schöne Grüße aus Melbourne!

Monday, 18 October 2010

Frau Merkel, was war denn da los?

Ich würde nie Börek essen. Warum das denn nicht? Weil es ein türkische Spezialität ist. ich würde nie einen Ferrari fahren wollen. Warum das denn nicht? Weil es ein italienischer Wagen ist. Ich würde nie im Leben bei H&M einkaufen gehen. Warum das denn nicht? Weil es eine schwedische Firma ist. Ich würde mir nie eine Kate Perry CD kaufen. Warum das denn nicht? Weil sie eine amerikanische Sängerin ist. Ich würde nie Lindt Schokolade essen. Warum das denn nicht? Weil es eine Schweizer Marke ist. Ich würde nie nach Mallorca in Urlaub fliegen. Warum das denn nicht? Weil die Insel in Spanien liegt. Ich würde nie meinen Nachbarn auf der Treppe grüßen. Warum das denn nicht? Weil er aus China kommt.

So ein Verhalten kann ich ruhigen Gewissens als pervers bezeichnen.

Weltnachrichten! Schlage die Zeitung auf und wen sehe ich da? Die Angi! "Mulitkulti hat gar nicht geklappt in Deutschland, erzählt sie uns australischen Lesern und allen anderen die es nicht wissen wollen. Die aus mehreren Kulturen bestehende deutsche Gesellschaft hat es nicht geschafft, in Frieden zusammen leben. Ich wusste nicht, dass in Deutschland Bürgerkrieg herrscht. Hätte mir ja ruhig mal jemand erzählen können.

Sprecher der jüdischen Gemeinde sehen Deutschland von Extremisten bedroht. Laut einer Studie der Friedrich Ebert Stiftung finden 35,6 Prozent der Befragten, Deutschland wird komplett von Ausländern überrannt. Mehr als einer von zehn Befragten wünscht sich einen Führer, der Deutschland mit starker Hand führt. Grundlage der Befragung waren 2.411 Einwohner.

Herr Seehofer findet "Multikulti ist tot". Er muss es ja wissen, der alte Weltenbummler, hat er doch bereits riesig Erfahrung sammeln können. Noch heute wohnt er in dem Ort, in dem er geboren wurde. Deshalb sieht er sich der deutschen und nicht einer multikulturellen Kultur, stark verpflichtet. Immigranten sollen doch bitte der deutschen Leitkultur folgen. So Leute laufen frei herum!

Gefragt wurden die Leser hier heute, was sie von Multikulti halten. Die Hälfte der Teilnehmer findet es 'unmachbar'. Na ja, immerhin ist die andere Hälfte der Leser überzeugt, mit mir zusammenleben zu können. Die rocken.

Leitkultur, wie sich das schon anhört. Ich wohne in Australien, aber der Leitkultur folge ich doch auch nicht. Footy und Grillen, find ich beides nicht sehr spannend. Ich kann aber auch glücklich hier leben, ohne diesen Dingen zu folgen und Ausländer in Deutschland können das sicher auch, ohne im Dirndl verkleidet und Seemannslieder singend durch die Strassen zu tanzen.

Rassismus ist doch echt einfach nur dumm und unmodern! Jeder Mensch wird das bestätigen können. Wir waren doch alle schon mal Ausländer, oder nicht? Wollten wir da gehasst werden? Nein!

Es gibt ja auch unzählige Deutsche die gerne auswandern möchten, weil im eigenen Land so viele Ausländer wohnen. Was meinen die denn, was sie im Ausland erwartet? Es gibt auch Australier, die Zuwanderung in Australien schlimm finden, aber gerne mal in Deutschland leben möchten, weil dort die Kultur so divers ist. All diese Nationen, die dort leben, dass finden sie ganz irre. Beide Ideen sind gleich absurd.

Die meisten Menschen, mit denen ich bislang in meinen Leben gesprochen habe, bezeichnen Reisen als ihr Hobby. Andere Länder und andere Kulturen kennen lernen, das machen sie ganz ganz gerne und da haben sie so einen Heidenspaß bei. Und wenn man gerade nicht weg kann, geht man halt in den Supermarkt, in irgendeinem laufen doch immer 'Spezialitäten Wochen'. Weltoffen wie Frau und Mann von Welt sind, essen sie gerne mal Pizza, Sushi oder einen Döner.

Doch warum kann man die Kulturen plötzlich nicht mehr leiden, wenn diese im eigenen Land leben? Das macht doch keinen Sinn.

Wenn Australien seine Einwanderer aussucht, ist das ja vollkommen ok. Je strenger die Einwanderung gemacht wird, umso heißer sind anscheinend alle darauf hierher zu kommen. Klar musste ich auch einen Sprachtest absolvieren, um aufgenommen zu werden. Interviewen musste ich mich lassen, unzählige Zeugnisse abgeben, Untersuchungen über mich ergehen lassen, Fragebögen über mich und meine komplette Familie ausfüllen. Einen schriftlichen Sprachtest gab es auch noch, den machte ich mit fünfhundert anderen Immigranten in einer riesigen Turnhalle. Beaufsichtigt wurden wir von einer Galerie aus, von Beamten der Einwanderungsbehörde. Wir alle waren mit einer Nummer versehen. Wer findet das denn jetzt lieb?

Ich bin noch nie in Deutschland eingewandert. Vielleicht ist es da genau so?

Jeden Tag kämpfe ich gegen das Gefühl an, mich partout nicht integrieren zu wollen, denn es ist falsch. Als Immigrant befinde ich mich in einem ständigen 'Teenager Zustand'. Die sind doof zu mir, dann bin ich eben doppelt doof zu denen. So einfach kann das sein. Bringt ja aber nichts. Man sollte doch schon in der Lage sein, etwas weiter zu denken. Warum sind die doof zu mir, was kann ich anders machen? Werde ich dann noch mal in so eine Situation geraten? In Deutschland sollte man sich umgekehrt fragen, warum benehmen sich die Immigranten denn jetzt so wie sie sind? Was könnte man besser machen, wie kann man ihr Leben angenehmer gestalten?

Niemand sagt zu der 14 jährigen pubertierenden Tochter, "du weißt du was? Ich bin echt gescheitert mit dir, Kinder haben ist gestorben für mich, Erwachsene und Heranwachsende (das würde er wohl sagen, der Herr Seehofer, Teeanger, dass ist ja englisch) können einfach nicht zusammen leben, du kommst jetzt ins Heim...". Klar, der Herr Seehofer hat da ganz genaue Vorstellungen, wie das zu fluppen hat.

Australien braucht grad mal wieder Fachkräfte im Ingenieurwesen, Computerwesen, Baugewerbe, Metallgewerbe, Kraftfahrzeughandwerk, Lebensmittelgewerbe, Holzgewerbe, Friseurgewerbe. Köche fehlen auch. Infrastrukturengpässe können häufig nicht sofort gelöst werden. Anstehende Großprojekte wurden bereits verschoben, da Stellen nicht immer mit qualifizierten Mitarbeitern zu besetzen sind. Folglich muss Australien also mal wieder ein paar ausgebildete Kräfte importieren. Für Zuwanderer gibt es lediglich zwei Wege hier rein zu kommen. Man hat einen Beruf erlernt, an dem es hier gerade mangelt oder findet irgendein Unternehmen das einen sponsert. Alle anderen möchten bitte weg bleiben. In die Ausbildung der eigenen Leute zu investieren, dauert zu lange, ist zu kompliziert und teuer.

Rassismus ist ein auslaufendes Modell! An alle Herr Seehofers dieser Welt, setzen SECHS!

Mit welchem Alter geht man eigentlich in Deutschland in Rente? Hoffe es ist für Herrn Seehofer bald soweit.

Schöne Grüße aus Melbourne!

Sunday, 17 October 2010

Das Wunder von Australien!

Ein Wunder reicht leider nicht, da kann ja jeder kommen. Man muss mindestens zwei ganz normale Wunder vollbracht haben, um vom Papst heilig gesprochen zu werden. Kein Problem für Mary MacKillop. Sie ist in 1909 an Folgen eines Schlaganfalls gestorben und doch, hat sie es mehr als locker geschafft, Jahrzehnte später noch ein Wunder zu vollbringen. Hut ab Mary! Wunder gibt es immer wieder, heute oder morgen werden sie geschehen. Dass weiß jedes Kind! Man muss sie nur sehen.

Jetzt mal ganz von vorne. Maries Eltern waren Schotten und immigrierten vor langer Zeit, jung verheiratet, nach Australien. Kein Wunder also, dass Mary in Melbourne geboren wurde. Heute war ich wie durch ein Wunder, ja ganz ungeplant, an ihrem Geburtshaus. Sachen gibt’s. Das kam so. Gestern bin ich mit dem Wagen zu einer ganz wunderbaren Bar gefahren. Da wundert sich niemand, warum ich den Wagen dort habe stehen lassen. Es muss göttliche Fügung gewesen sein, ich habe sehr schnell ein Taxi gefunden, welches mich wunderbar schnell und reibungslos heimgefahren hat. Als ich mich heute auf den Weg gemacht habe, den Wagen abzuholen, passierten wieder mehrere wundersame Dinge. All die Leute, die mit blauen Luftballons durch die Gegend rannten, verwunderten mich doch sehr. Das war, bevor ich begriff, dass es sich bei denen um Mary Anhänger handelte. Beim Wagen angekommen, war ich mehr als selig, dass der Wagen noch heil war. Auf wundersame Weise, gab es keinen abgebrochenen Spiegel oder zerkratzten Lack. 

Ich wunderte mich über den Altar, der vor meinem Wagen aufgebaut war. Ich parke da öfter mal, doch der Altar war mir bisher nie aufgefallen. War das jetzt reiner Zufall? Der Wagen ist zuverlässig, doch ihm dafür gleich einen Altar zu errichten? Heute wurde Mary zur Heiligen gesprochen, mich verwunderte es nicht mehr, den Schrein dort vorzufinden. Wunderbar, dass ein paar besonders gute Seelen ihr einen wunderschönen Schrein aufgebaut haben. Ich hatte meinen Wagen unschuldig irgendwo stehen lassen und ihn heute vor dem Geburtshaus einer Heiligen wieder gefunden. In der Tat, Wunder gibt es immer wieder!


Schöne Grüße aus Melbourne!

Saturday, 16 October 2010

Melbourne in Bollywood!

Heute sind die Australier mal wieder außer sich. Wie kann man sie denn jetzt als rassistisch hinstellen? Es gibt einen neuen Bollywood Film, produziert von Mahesh Bhatt, der für unzählige Bollywood Filme berühmt ist. Der Film beschäftigt sich mit den Attacken auf Inder in Melbourne, Victoria und wie die Inder sich aufgrund der Diskriminierung hier in Australien fühlen. Die Australier werden als biertrinkende Haudegen dargestellt. Darüber sind sie nicht gerade glücklich.

Vorgeschlagen wurde schon eine raffinierte Millionen Dollar Kampagne in Indien zu fahren, um Australiens Image aufzubessern. Da haben wir es wieder. Eine gute Vermarktung wird es schon richten. Doch dadurch wird sich doch hier die Einstellung gegenüber Ausländern nicht ändern. Die Australier sind der Meinung, dass die indischen Medien, die Attacken auf Inder dramatisieren und dadurch der Rassismus geschürt werden.

Zurzeit wird es hier einfach nur begrüßt, dass der Film sich bislang als Flop erweist. Fair ist was anderes. Ist schön, sich am Unglück anderer zu laben. Nicht wirklich.

Die Inder sind auch außer sich. Viele finden, der Film gebe genau das wieder, was sie hier in Australien erleben. Doch viele finden auch, dass die Geschichte des Films nicht korrekt recherchiert und ausgeführt wurde.

Es bleibt spannend in Oz!

Trailer Crook (aufregend, Melbourne im Film!)

Schöne Grüße aus Melbourne!

Friday, 15 October 2010

Sind wir nicht alle ein bisschen ‚Bruce und Sheila’?

Auto waschen. Wenn ich Leute am Samstag ihren Wagen waschen sehe, krieg ich Gänsehaut. Essen die freitags wohl auch immer Fisch? Haben die keine Freunde, oder warum verplempern die ihr Wochenende mit Autowaschen? Auto waschen, dass ist ja so etwas typisch deutsches. Die Australier sind so cool, die gehen samstags lieber surfen, Golf spielen oder grillen, anstatt Felgen zu polieren. Jahrelang hab ich mir den Kopf zerbrochen und mich miserabel gefühlt, weil die so entspannt sind und die Leute in meiner Heimat nicht. Irgendwie war ich richtig neidisch.

Doch, jetzt ist es raus. Die Australier sind genau so spießig wie alle anderen. Kaum wurden die hiesigen Wasserrestriktionen gelockert, kamen sie raus aus ihren Einfamilienhäusern, um ihren kleinen oder großen Allradwagen inbrünstig zu waschen und um das Wasser sinnlos zu verschwenden. Da stehen die Vatis in meiner Strasse und spritzen ihren UTE oder Hummer mit dem Gartenschlauch ab. Einer hat sogar seine Reifen mit schwarzer Farbe bepinselt. Klarer Punktabzug wegen Uncool-heit!

Kaum zu glauben. Die sind fest überzeugt, dass weil es jetzt so viel geregnet hat, alles gut wird. Trockenheit war gestern! Die sind auch so auf sich selbst fokussiert. Hier regnet es jetzt, ich wässere, wasche, putze, spritze alles ab, was mir im Weg steht... und, was kümmert es mich da, dass Wasser eines der kostbarsten Güter der Welt ist?

Wenn wir mal keines mehr haben, dann gibt es auch kein frisches. Denen doch egal. Was kann ich da schon machen, die Politiker müssen was unternehmen. Gähn! Lahme Ausrede, jeder kann was machen. Die Vereinten Nationen haben das Recht auf sauberes Wasser als Menschenrecht anerkannt, dass ist nicht verbindlich, doch zumindest haben sie ein Zeichen gesetzt. Kann denn jeder es wirklich weiterhin mit ruhigem Gewissen verschwenden?
Es ist ja meistens so. Bruce und Sheila sitzen beim Frühstück im Garten, die Sonne scheint, die Papageien singen. Idylle. Sheila: "Bruce, wusstest Du eigentlich, dass täglich Tausende Kinder an Folgen von verunreinigtem Wasser sterben?". Bruce: "Oh Sheila, dass ist ja ganz grausam, zum Glück ja nicht hier bei uns in Australien. Du Schatz, ich gehe mal schnell den UTE waschen, bevor wir gleich zur Poolparty bei Julia und Kevin gehen, will da ja nicht mit einem dreckigen Wagen vorfahren". Kuss auf die Stirn, Bruce macht Abgang vom Küchentisch. Sheila stellt die zwei benutzen Teller und Kaffeetassen in die Spülmaschine und stellt diese an, denn nur ungern lässt sie dreckiges Geschirr rum stehen, auch wenn es nur ein paar Teile sind. Das macht sie nicht, ohne vorher die Vegemite Reste von den Tellern abgespült zu haben. Ach, was ist denn jetzt? Ihr Nacken ist heute so verspannt, sicher kommt das von der täglichen langen Autofahrt, immerhin braucht sie über eine Stunde mit dem Wagen in ihr Büro in die Innenstadt. Die Häuser hier draußen im Vorort sind größer, ruhiger und günstiger. Da nimmt sie die endlos lange Fahrt gerne in Kauf. Zur Entspannung nimmt sie erst mal ein Lavendel-Vollbad im Whirlpool! Nach einigen Augenblicken betritt Bruce das Bad. Er möchte schnell eine Dusche nehmen, so verschwitzt ist er vom Autowaschen. "Die anderen Jungs und ich haben gerade beim Wagen waschen beschlossen, schnell noch ein Bier zu trinken. Das schaffe ich noch, bevor wir losfahren". Noch nicht einmal in Ruhe in der Wanne liegen kann man, Sheila lässt das Wasser aus dem Whirlpool laufen. Auf Bruces Gesinge beim Duschen hat sie absolut keine Lust!

Irgendwie ist doch jeder von uns ein wenig Bruce und Sheila. Machen wir uns nichts vor. Mal mehr Sheila, mal mehr Bruce, je nach dem. Was kann man da besser machen? Heute ist Blog Action Day für sauberes Wasser für alle. Zunächst würde ich sagen, jetzt erst mal alle die Petition unterschreiben! Sauberes Wasser für alle :-) Kostet nichts und man hat seine heutige gute Tat bereits erledigt. Dann überlegen, wo und wie kann ich Wasser sparen? Ich will jetzt gar nicht noch anfangen mit, beim Zähneputzen immer den Wasserhahn abstellen, bla bla bla... Das haben uns Mama und Papa ja damals schon erklärt!

Nicht nur reden! Machen! Taten sagen mehr als Worte...

Schöne Grüße aus Melbourne!



Change.org|Start Petition

Thursday, 14 October 2010

The Australian Institute

Die Probanden finden Australier dumm! Erwartungen, Motive und Einstellungen von 20.000 zufällig ausgewählten Menschen in zwanzig Ländern werden jährlich in einer Meinungsforschungsstudie untersucht. Mit den Antworten auf die mehr als 40 Fragen, gewähren die Probanden im Alter von über 18 in einem Online Interview Einblick in das was sie über 50 Länder denken. Anhand der Auswertung des Fragenkatalogs, ermittelt das Forschungsinstitut welchen Ruf die einzelnen Länder in der Welt genießen.

Laut der Studie finden die Probanden Australier eher dumm, aber ihr Land schön. Als ein wenig rassistisch gelten sie auch, die Attacken auf Inder kamen nicht so gut an. 
Grosses Interesse an Ergebnissen von Meinungsumfragen haben beispielsweise Regierungen, Fluggesellschaften, Tourismusbehörden, Universitäten und eine Vielzahl von Unternehmen. Aus der Analyse lassen sich wunderbar Prognosen ableiten, anhand derer sie ihre marketingpolitische Zielsetzungen und Maßnahmen planen und realisieren können. Der Ruf eines ganzen Landes lässt sich nicht so einfach verbessern, wie z.B. das Image eines Produktes, z. B eines Wäscheständers.

So geht das einfach nicht weiter. Um für das eigene Land zu begeistern, verlässt Australien sich zu sehr auf Werbesprüche und Logos, als auf Inhalte. Anstatt noch mehr Werbekampagnen zu fahren, sollte lieber in Industrien investiert werden, in denen Australien dann wirklich glänzen kann. Schöne Worte allein haben noch niemandem beim Aufbau einer positiven Reputation geholfen.

Diese Erkenntnisse erschrecken die Bevölkerung gar nicht. Die finden nämlich auch, Australien wird in den Werbekampagnen immer viel zu 'doof' dargestellt. Experten überlegen, wie man sich mal endlich gescheit in der Welt verkaufen kann. Schuld sind also, wie so oft, die anderen. In diesem Fall, sind es die Werber, die das Land als dumm darstellen. Dem stimme ich nicht zu, denn die machen doch wohl eher einen exzellenten Job.

"Taten sagen mehr als Worte" und der Rest ergibt sich dann von ganz alleine!

Länder wie Deutschland, Italien und Frankreich haben ein Kulturinstitut. Experten wundern sich, warum Australien so ein Institut nicht auch unterhält. Vielleicht ist die Antwort dazu ganz einfach und niemand weiß so recht, was der Welt mitgeteilt werden soll?

Vollkommen bin ich nun dem "Wer-findet-wen-wie-Fieber" verfallen. Hier noch ein paar Einblicke. Die Bewohner Deutschlands finden Sydney echt super, im Gegenzug finden die Australier Berlin aber gar nicht so dolle.

Attraktivität? Wie finden Australier die Stadt Berlin? Platz 28 von 50.
Wie finden Deutsche die Stadt Sydney? Platz 3 von 50.

Service/Übernachtungsmöglichkeiten? Wie bewerten Australier diese in Berlin? Platz 19 von 50.
Wie bewerten Deutsche diese in Sydney? Platz 10 von 50.

Lebenswert? Wie bewerten Australier die Stadt Berlin? Platz 21 von 50.
Wie bewerten Deutsche die Stadt Sydney? Platz 6 von 50.

Möglichkeiten? Wie bewerten Australier diese in Berlin? Platz 21 von 50.
Wie bewerten Deutsche diese in Sydney? Platz 4 von 50.

Das Volk? Wie bewerten Australier die Deutschen? Platz 13 von 50.
Wie bewerten Deutsche die Australier? Platz 6 von 50.

Produkte? Wie bewerten Australier deutsche? Platz 4 von 50.
Wie bewerten Deutsche australische? Platz 11 von 50.

Urlaub? Wie bewerten Australier den in Deutschland? Platz 11 von 50.
Wie bewerten Deutsche den in Australien? Platz 7 von 50.

Kultur? Wie bewerten Australier die deutsche? Platz 7 von 50.
Wie bewerten Australier die australische? Platz 1 von 50.
Wie bewerten Deutsche die deutsche? Platz 1 von 50.
Wie bewerten Deutsche die australische? Platz 11 von 50.

Es gibt auch Australier, die packen an, sie wollen verändern und zeigen der Welt, was Australien zu bieten hat. Die 'Große Ananas' soll zum Motorsport Museum umgebaut werden. Na, das nenn ich Innovativ! Ein kleiner Schritt für die Menschheit, aber ein großer Schritt für Australien.

Vielleicht eröffnen bald schon die ersten Filialen des "Big Australian Institute", überall in der Welt verteilt.

Schöne Grüße aus Melbourne!

Photo: Glenn Hunt

Wednesday, 13 October 2010

Grenzkontrolle in Australien. Aufpassen!

Ich stehe am Strand mit dem weißesten Sand der Welt. Der weißeste Strand der Welt soll es sein. Kann ich nur bestätigen. Kann ich ja eigentlich gar nicht, denn von mir zu behaupten schon alle Strände in der Welt besucht zu haben, um das zu können, das ist so derart übertrieben, dass würde sofort jeder merken.

Selbst wenn ich an allen Stränden der Welt gewesen wäre, dann hätte ich Proben entnehmen, diese in kleine Einmachgläser abfüllen, sie nebeneinander aufreihen und miteinander vergleichen müssen... Ein Lösungskonzept stellt die Methode allemal dar.


Irgendwer hat sich wohl wirklich mit Millionen Mini Einmachgläsern im Koffer auf die weite Reise gemacht, um Proben zu nehmen. Wie kann ansonsten reinen Gewissens behauptet werden, dies ist der weißeste Strand der Welt? Vielleicht wurde auch nur eine kleine Sandprobe des weißen Sandes in ein Glas gefüllt und mit allen Stränden weltweit verglichen. Ginge auch, bei genauerem Überlegen ist das ja auch tatsächlich viel einfacher.

Ich stelle mir gerade vor, diese Aufgabe hätte ich übernehmen müssen.

Den Koffer, nicht nur, dass ich den nach einer Zeit nicht mehr hätte hochheben können. Nein, auch einer der vielen 'Snoopys', den Schnüffelhunden, hätte mich gnadenlos am Zoll bei der Einreise abfangen. Die kämpfen jeden Tag für die Sicherheit an den australischen Grenzen. Das wäre ein Aufruhr und Schwanzwedeln gewesen. Kaum auszudenken. Die hätten nachts nicht mehr schlafen können, so aufgeregt wären die heute noch.

Sicher wäre mir auch der Auftritt in der Fernsehserie 'Border Patrol gewesen'. Hier sitzt sie, noch gibt die Deutsche vor eine Weitreisende 'Forscherin' zu sein, doch warum ist sie so nervös, es hat ganz den Anschein,... (weiter nach der Werbung...)

... doch warum ist sie so nervös, es hat ganz den Anschein, als hätte sie etwas zu verbergen! Was macht denn Sniffi jetzt, er rennt rüber zu einer anderen Reisenden und schnüffelt ihr aufgeregt an der Schuhsohle, ist da etwa... (weiter nach der Werbung...)

...schnüffelt ihr an der Schuhsohle, ist da etwa Staub aus Neuseeland dran? ... (weiter nach der Werbung...)

... es hat ganz den Anschein, als hätte sie etwas zu verbergen! Möglicherweise versucht sie gerade in diesem Moment irgendwas ins Land zu schmuggeln. Sniffi ist mit dem Schuh fertig, die Reisende ist völlig aufgelöst. Die Beamten und ihre Schnüffelhunde kennen keine Gnade, ... (weiter nach der Werbung...)

... kennen keine Gnade, die Reisende muss sich hier und jetzt die Schuhe mit einem Tuch abputzen, wenn sie nicht umgehend mit dem nächsten Flugzeug zurück nach Auckland möchte. Die Beamten wissen das Verhalten der Deutschen richtig zu deuten und haben sie mehr als schnell durchschaut… (weiter nach der Werbung...)

... mehr als schnell durchschaut. Es kommt zu einem unglaublichen Fund. Neben der Neuseeland Touristin ist dies bereits der zweite kritische Vorfall an diesem Morgen. Trotz des immer stärker werdenden Drucks bleiben die Beamten gelassen... (weiter nach der Werbung...)...

...bleiben die Beamten gelassen. Als sie den Koffer der deutschen öffnen fallen ihnen Tausende Mini Einmachgläser (weiter nach der Werbung...)

...Mini Einmachgläser in den Schoß. Sandproben aus aller Welt. Die Deutsche entpuppt sich als 'Sandvergleicherin'.
 
Peinlich.

An dem Strand, da kann man echt entspannen. Nichts ist da los. Außer Wasser, strahlend weißen Sand und einem riesigen blauen Himmel (abhängig vom Wetter) gibt es nicht viel!

Eigentlich auch ganz egal, ob man da jetzt echt am weißesten Strand der Welt ist. Hauptsache schön ist es da!


 

Schöne Grüße aus Melbourne!

Tuesday, 12 October 2010

Tausend Kilometer noch...

Foto: Sutton, von Schumis Homepage
Dr. Mellinghoff for President. Der Herr Dr. Mellinghoff ist der ‘Safety Man’. Was immer das auch sein mag. Er ist zu Besuch in Australien und kommt von ganz weit weg…

Auto fahren. Eines der größten Themen, seitdem ich in Australien wohne. Schnell fahren. Da träume ich schon seit Jahren von. Wenn immer ich mich auf dem Flug nach Deutschland befinde, werde ich aufgeregter, je näher ich der Autobahn komme. Es ist kaum zu fassen, dass man sich dort in ein Auto setzt, um zu fahren. Früher, da bin ich in den Urlaub geflogen und hatte Vorfreude auf einsame Buchten, bummeln durch klitzekleine Dörfer in Südeuropa und Sonnenuntergang am Meer. Jetzt habe ich Vorfreude auf die ‚Autobahn’. Die Freiheit auf vier Rädern, die hat man in Deutschland. Hier gibt es auch ganz viele Straßen in Australien, durchs ganze Land, doch auf allen darf man nur kriechen und nicht mehr. Die Freiheit auf vier Rädern sieht hier so aus. Vor dir liegt eine tausend Kilometer lange ziemlich gerade verlaufende Strasse, die du bitte nicht mit mehr als 100 km/h befährst. Die Situation kommt einem nicht aufhören wollenden „Gehen sie zurück auf Los und ziehen sie keine 4.000 DM ein“, gleich.

Ich weiß, ich kann es schneller, das Autofahren. Doch, Immigration und eigene Ideen, das eine schließt das andere selbstverständlich aus. Als Immigrant hat man sich anzupassen, an die Regeln, Vorschriften und Gesetze des Gastgeberlandes. Noch nie habe ich Eltern verstanden, die ihre Kinder an einem Laufgeschirr festhalten. Jetzt habe ich mich freiwillig bereit erklärt, mich in eben ein solches stecken zu lassen.

Ja, der Herr Dr Mellinghoff, er hat noch Hoffung für den australischen Verkehr und Ideen wie man diesen sicherer machen kann. Einfach mal die lahmen Autos auf einer Spur bündeln. Das wäre zu herrlich, dann wären alle anderen Spuren komplett frei, denn hier fahren ja alle lahm. Die können hier nicht anders.

Der Dr Mellinghoff meinte in Deutschland, da wohnt er übrigens, darf man ja auch nicht auf jeder Spur überholen. Hier in good old Australien darf man auf allen Seiten des langsamer fahrenden Autos und immer überholen. Tatsächlich ist es jedes Mal wie Ostern, wenn man überholt wird. Eine echte Überraschung. Nicht, das ich hier oft 'überrascht' werde.

Der Dr. Mellinghofff bemerkte, dass die Qualität der Strassen der deutschen sehr ähnlich, doch die Ausbildung der Fahrer es nicht sei. Das ist so was von Messerscharf erkannt.

Hier reiten jedoch alle darauf rum, dass die Autos in keinem guten Zustand sind. Zugeben das die Fahrer praktisch keine gescheite Fahrausbildung haben, geht ja nicht. Grossen Aufschrei gibt es, wenn jemand im Café arbeiten möchte, doch keine Ausbildung zum ‚Kaffee-Zubereiter’ hat. Der Kaffee hier ist lecker und die Leute die ihn machen, die haben es voll drauf. Ich wünsche mir nur, die würden diesen Elan auch bezüglich ihrer Fahrausbildung an den Tag legen.

In vielen Ländern, sind die Autos in einem eher unglücklichen Zustand, trotzdem hat da doch niemand ein Problem einfach mal zu fahren. Hier gilt, wer langsam fährt hat auch keinen Unfall. Vielleicht war das Glück in meinem Fall mit den Doofen, ich bin in Deutschland immer schnell gefahren und hatte nie einen Unfall. Zum Glück lässt sich die Vergangenheit nicht ändern, so kann ich getrost über sie sprechen, ohne das Unglück auf mich zu ziehen.

Australien liegt da und will entdeckt werden, warum werde ich jetzt zurück gehalten, indem ich nur 100 km/h fahren darf?

Dr. Mellinghoff bitte fliegen sie nicht zurück, helfen sie uns aus diesem Wahnsinn heraus! Ich sage, Dr. Mellinghoff for President!

Schöne Grüße aus Melbourne!

Monday, 11 October 2010

Schnelle Pferde, coole Partys und unzählige Hüte!

Im Frühling bekommt hier jeder die Chance aufs richtige Pferd zu setzen. Alle sind hier in Australien, ganz besonders in Victoria, im Pferderennfieber. Beim Kinderbuch angefangen, dreht sich in diesem Frühling, wie immer in den Monaten vor dem 2. November, alles nur um Pferde.

Das in 1861 erstmals stattfindende Pferderennen löste eine Hysterie aus. Und die hält bis heute an. In 1877 begeisterte es so viele, dass man in Victoria beschloss, den ersten Dienstag im November zum nationalen Feiertag zu erklären. Sehr gute Entscheidung!

Vier Tage im Überblick!

Pferderennen. Kleine Einführung in was trägt man wie, wann und mit wem?

Derby Day 30. Oktober. Neun Pferderennen finden an diesem Tag statt. Traditionellerweise tragen die Damen an diesem Tag schwarz-weiß und die Herren einen grauen Anzug. Die Kornblume ist die Blume des Tages, die Herren trage diese im Knopfloch.

Melbourne Cup Day 2. November. Das Rennen, welches es jedes Jahr immer wieder spielend schafft den ganzen Kontinent zu stoppen, findet um 15 Uhr statt. Die Damen tragen ihr schrillstes Outfit, der Hut ist ein Muss. Die Herren tragen eine gelbe Rose im Knopfloch. Schon seit 1880 finden sich jährlich um die 100.000 Zuschauer zum Rennen an der Flemington Pferderennbahn ein.

Oaks Day 4. November. Den Oaks Day nennt man hier umgangssprachlich auch den „Frauentag“. 

Mamas, Töchter, Omas, Tanten, Nichten, Schwestern und Cousinen werfen sich in ihr bestes Kleid, kommen zusammen, machen Picknick, trinken Sekt, geben Wetten ab und was wohl? Alle haben einfach nur Spaß und reden, reden, reden! Die Blume des Tages ist eine pinkfarbene Rose.

Stakes Day 6. November. Der letzte Tag, der Familientag, an dem alles etwas ruhiger zugeht. Am Stakes Day hat man die Möglichkeit, schon heute die Schönsten von morgen zu sehen. Viele Eltern staffieren ihre Kinder für das Ereignis in der neusten Kindermode aus.



Jedes Jahr ist es immer wieder ein großer Spaß, die leckeren, außergewöhnlichen und spektakulärsten Hüte zu probieren. Die Geschäfte sind zum bersten voll mit großen, kleinen, bunten Hüten aus Spitze, Stoff oder Stroh. 

Für diejenigen, die sich einen Hut nicht zutrauen, die können sich auch einen 'Kopfputz' zulegen.
 
Will man dabei sein, die Eintrittskarte zu allen Rennen muss man sich vorab bei Ticketmaster besorgen. 

Schöne Grüße aus Melbourne!



Sunday, 10 October 2010

Picknick auf der schönsten Brücke Australiens!

Quiche Lorraine, Madeleines, Buttermilch Smoothies, karamellisierte Feigen mit Joghurt. Mmmmh lecker! All das und noch vieles mehr haben sich heute 6.000 glückliche und zufällig Ausgewählte zum Frühstück auf die Brücke mitgebracht. Nicht auf irgendeiner, auf einer ganz besonderen Brücke durfte man heute in Sydney frühstücken. Die Harbour Bridge wurde für den Autoverkehr gesperrt und mit grüner Wiese verschönert. Um am Frühstück teilnehmen zu dürfen, musste man sich vorab bewerben. Von ‚Freunden für Freunde’, nur Anwohner aus NSW können ein Ticket zu diesem Ereignis gewinnen. Nicht ganz stimmt das, es gab auch ein paar Tickets für Besucher.

Das wohl ‚verrückteste’ was sich auf der Brücke heute zugetragen hat, ist eine Hochzeit. 

Als die Braut heute Morgen aufgewacht ist, ahnte sie noch gar nicht, dass sie vor dem Mittagessen verheiratet sein wird. Eine Überraschungshochzeit auf der Harbour Bridge! Das darf man wohl romantisch nennen… 10.10.2010. Ob die wohl um 10.10 Uhr geheiratet haben?


Schöne Grüße aus Melbourne!



Photos: Breakfast on the Bridge